Ausgangslage

Viele Studiengänge - insbesondere solche, die durch wirtschaftswissenschaftliche, ingenieurwissenschaftliche und informationstechnische Inhalte geprägt sind, - bedienen sich in selbstverständlicher Weise des Instrumentariums der Mathematik.

Demgegenüber steht, dass gerade diese Fächer bei den Studierenden - vor allem bei den Anfangssemestern - häufig nicht sehr beliebt sind und dass diese Veranstaltungen dem überwiegenden Teil der Studierenden erhebliche Schwierigkeiten bereiten.

Vor allem aus zwei Gründen ist häufig die Motivation bei den Studierenden, sich mit den Inhalten dieser propädeutischen Fächer zu befassen, im Vergleich zu den Hauptfächern erheblich geringer: zum einen fehlen oft wichtige elementare Grundlagen der Mathematik, bzw. die erworbenen Kenntnisse der Mathematik sind aufgrund länger zurückliegender Schulzeiten nur noch bedingt präsent, und zum anderen ist den Studierenden nicht bekannt bzw. wird ihnen zu wenig vermittelt, welche Bedeutung und Funktion das mathematisch-statistische Instrumentarium für die Bearbeitung fachlicher und praktischer Probleme in den entsprechenden Disziplinen hat.

Zielsetzung

Ziel des Mathematik Pools NRW ist, durch den Einsatz neuer Medien und Kommunikationstechnik besser als bisher auf die - aufgrund der unterschiedlichen Lebens- und Schulverläufe - sehr heterogen Vorkenntnisse sowie die unterschiedlichen Lernertypen eingehen zu können. Die Bedeutung der Mathematik für fachliche Problemlösungen soll durch praxisbezogene Problemstellungen und interaktiv gestaltete Übungsanteile verdeutlicht werden. Multimediale Elemente, viele - allerdings gelenkte - Eigenaktivitäten der Studierenden und umfangreiche kommunikative Elemente sollen dazu beitragen, bei den Studierenden Interesse für das Fach zu wecken und damit die Motivation und das Interesse an den Mathematikveranstaltungen steigern.

Damit soll nicht nur die Qualität der Lehre in diesem Bereich insgesamt verbessert werden - vielmehr erwerben Studienanfänger/-innen auch ein Stück Medienkompetenz, die zunehmend Bedeutung für den Erfolg im Studium bekommt.

Der Mathematik Pool NRW gliedert sich in folgende Aktions- und Arbeitsbereiche:

  • Mathematik multimedial
  • Telematikphasen
  • Aufgabendatenbank

Mathematik multimedial

In diesem Aktions- und Arbeitsbereich des Mathematik Pool NRW sollen interessante und geeignete Anwendungen aus allen Bereichen der Mathematik für möglichst viele Zielgruppen (z.B. Ingenieure, Betriebswirte, Informatiker) zur Bewältigung der Anforderungen der mathematischen und statistischen Fächer im Studium entweder als vollständige Programm- oder Demoversion abgelegt werden. Wenn dies aus urheberrechtlichen Gründen nicht möglich ist, sollen Beschreibungen und Hinweise auf Programme den Studierenden den Zugang dazu erleichtern.

In der ersten Phase ist geplant, eine Demoversion des abgeschlossenen Projekts 'Grundlagen der Mathematik für Ingenieur- und Naturwissenschaften' zu präsentieren und Beispiele aus dem neuen Multimedia Projekt 'Grundlagen der Mathematik für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler zu zeigen.

Telematikphasen

Das Konzept sieht grundsätzlich vor, für diejenigen Nutzer, die den Mathematik Pool NRW vorwiegend im Selbststudium nutzen und nicht immer zu einem festgelegten Zeitpunkt an einem bestimmten Standort sein können oder wollen, auch telematische Veranstaltungen anzubieten. In der Regel werden die entsprechenden Angebote über diesen Aktions- und Arbeitsbereich koordiniert und gelenkt, wobei bei der Durchführung der Telematikphase und im Rahmen des Selbststudiums die beiden anderen Aktions- und Arbeitsbereiche 'Mathematik multimedial' und insbesondere die 'Aufgabendatenbank' stärker mit einbezogen werden bzw. eine zentrale Rolle einnehmen können.

Aufgabendatenbank

Ziel ist, eine Datenbank aufzubauen, die Aufgaben aus allen Feldern der Mathematik enthält. Lehrende können einen besonderen Zugang bekommen und so ihre Aufgaben eigenverantwortlich in der Datenbank ablegen. Sie bestimmen auch, wer wann welche Aufgaben einsehen oder bearbeiten kann.

Ferner soll in diesem Aktions- und Arbeitsbereich ein Set von Tests zur Feststellung des Stands der Mathematikkenntnisse angesiedelt werden. Die Studierenden können so eine Übersicht über ihre Stärken und Schwächen erhalten, aus der sich - je nach Studiensituation - die spezifischen Arbeits- und Trainingsempfehlungen ableiten lassen.

Für solche Personen, die mit dem Mathematik-Pool ausschließlich oder überwiegend in Selbstlernphasen arbeiten wollen, sind Aufgabensammlungen und weitere Zwischentests vorzusehen, um kontinuierlich zu Arbeitsempfehlungen zur optimalen individuellen Nutzung des Mathematik-Pools kommen zu können.